Timothy Zahn: Terminator. Die Erlösung. Nach dem Feuer

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Timothy Zahn: Terminator – Die Erlösung. Nach dem Feuer

Eine Buchbesprechung von Rob Randall

Vom literarischen Grabbeltisch zur Sonntagslektüre hat es dieses Wochenende der “offizielle Prequel-Roman” zu Terminator IV von Thimothy Zahn aus dem Jahre 2009 geschafft. Diesen Umständen entsprechend war auch meine nicht ganz vorurteilsfreie Erwartungshaltung. Und sie wurde nicht enttäuscht.

Die Handlung dürfte derjenige, der mit den Filmen der Terminator-Reihe vertraut ist, schon erahnen können: In der nach einem Atomschlag zerstörten Welt kämpfen auf wenige markante Charakterzüge heruntergebrochene Helden unablässig um ihr Überleben – oder genauert: gegen die Künstliche Intelligenz Skynet, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschheit von diesem Planeten zu tilgen.

In den Ruinen von Los Angeles begleitet der Leser zum einen die Widerstandgruppe des Ehepaares Connor bei ihrem Versuch, eine neueingerichtete Zentrale von Skynet auszuschalten und zum anderen den Ex-Marine Orozko, welcher die Bewohner des Los Ashes genannten Gebäudes vor den T-600 mehr oder minder erfolgreich zu schützen versucht. Dort kommt es auch zum einem Showdown zwischen den Killermaschinen und den tapferen Freiheitskämpfern, welcher bestimmt mehr als 50 Seiten umfasst. Dessen Beginn festzustellen ist aber etwas diffizil, weil sich das hier geschilderte Geballer kaum von dem der vorhergehenden Seiten unterscheidet.

Die Leser, die sich vielleicht noch am ehesten mit dem Roman anfreunden könnte, dürften Fans der Military Fiction sein – wobei sich aber auch die Frage stellt, warum jene ausgerechnet zu diesem Werk greifen sollten. Denn selbst in der Darstellung des Kampfgeschehens kann der Roman – obwohl er sich auf letzteres konzentriert – im Vergleich mit den Vertretern des Genres in Detail und Abwechslungsreichtum in keiner Weise mithalten.

Und wenn sich ein Text ganz der Action verschreibt, wie könnte es anders sein? Die Sorge Connors um seine Ehefrau Kate stellt den Höhe – bzw. Tiefpunkt der im Skizzenhaften verbleibenden Figurengestaltung, die sich auf die filmische Fortsetzung zu verlassen scheint, dar. Und mit den einleitenden Sätzen:

Wenn er es sich recht überlegte, dann war der letzte Tag seines Lebens die Hölle auf Erden gewesen. Dies hatte weniger mit der Hitze in der Baja-Wüste zu tun. Die war schier unerträglich gewesen und ließ die Luft über dem Sand und dem Gestrüpp flimmern. Er wusste, dass einige Marines darunter litten…

weiß der Leser schon zu Beginn auch gleich, woran er stilistisch ist – wenn auch nicht genau wann: Denn sprachlich gleitet die eingangs ungelenk vorgenommene Rückblende irritierend ins epische Präteritum herüber. Zeitlicher Erzählerstandort ist aber wohl die Zeit nach dem Tag der Abrechnung. Da spielt es meiner Ansicht nach auch schon keine Rolle mehr, wem genau ein solcher Einstieg anzulasten ist – Autor oder Übersetzer.

Fazit

Es gibt keine Gründe, aus denen man Zahns Merchandise-Roman Nach dem Feuer lesen sollte – wohl aber einige, warum man ihn vergessen kann.

Schon 2 Kommentare zu: Timothy Zahn: Terminator. Die Erlösung. Nach dem Feuer

  1. Hm, das ist so die Art von Büchern, auf die man automatisch reinfällt reinfallen WILL. Man WILL einfach gern einen guten Terminator-Roman lesen. Aber ganz tief drinnen weiß man – sowas gibt es nicht. Schade eigentlich.

    • Da hast du Recht: Als mich der Terminator von Cover anlächelte und ich den Hinweis “offizieller Prequel-Roman” gelesen hatte, vermutete ich ja schon stark, dass mich da nichts Überragendes erwartet, sondern ein Lohngeschreibsel, aber weil Arnie immer so eine geile Lederjacke hatte und immer so arschcool war, habe ich es trotzdem gekauft. Schon wieder bin ich Opfer der Marketing-Strategien ;)

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