Brian Keene: Stadt der Toten

© Die Rechte für das Cover liegen beim Verlag und beim Urheber

Rezension zu Stadt der Toten von Brian Keene

Eine Buchbesprechung von Oliver

Dies ist meine erste Rezension, daher bitte ich um Vorfeld schon Gnade! Nichts desto trotz, ist mir das Genre der Zombie(post-)apokalypse sehr wohl geläufig. Bücher wie: Tagebuch der Apokalypse 1 bzw. Tagebuch der Apokalypse 2 habe ich daher mit Freuden geradezu verschlungen! Neben diesen Werken, fielen mir jedoch noch einige andere in die Hände, wie z.b. Brian Keenes Auferstehung. Doch in dieser Rezension, geht es um den Nachfolger, „Stadt der Toten“.

Brian Keenes Nachfolger knüpft nun an der Stelle an, an der Auferstehung endet. Leicht zeitversetzt, wird der Leser noch einmal an die Stelle gebracht, an der das Trio, bestehend aus Vater Jim aus Lewisburg, West Virginia, Pfarrer Martin und ihrer toughen Mitstreiterin Frankie kurz davor sind, in die Heimatstadt von Jims Exfrau, Bloomigton, New Jersey, einzukehren. Warum? Ganz einfach! Im Vorgänger „Auferstehung“ erhält der resignierte Vater Jim Thurmond, zu Beginn der Geschichte einen kurzen Hilfe-Anruf via Handy von seinem kleinem Sohn aus erster Ehe, Danny. Zu dieser Zeit befindet sich die Welt schon am absoluten Abgrund. Da Jim quasi nichts mehr zu verlieren hatte setzte dieser nun alles daran, seinen Sohn zu retten. 500 Meilen, also zirka 800 Km trennen die beiden. An sich kein großes Hindernis, wenn da nicht überall, die von Dämonen besessenen Untoten wären… Auf dieser Reise geschehen allerhand abenteuerliche und tragische Ereignisse, bis sie schließlich an eben genannten Punkt landen.

Die Handlung selbst

In New Jersey erreichen die drei nun endlich das Haus und Jim kann nach kurzen Gefechten nun auch endlich seinen mittlerweile (durch Schock) weißhaarigen Sohn Danny in die Arme schließen. Lange bleibt die Idylle natürlich nicht erhalten und so müssen sie wieder einmal die Flucht im Angesicht von großen Zombiehorden antreten. Der Gruppe schließt sich hier auch noch Dannies Nachbar, Don De Santos an, welcher bis zu diesem Zeitpunkt in einer Art Panic-Room verharrte.

Allen fünf gelingt nur haarscharf die Flucht. Auf dieser kommt es zu einer Verfolgungsjagd, infolge derer es einen tödlichen Unfall gibt… Mit letzter Kraft gelingt es den Überlebenden, sich auf ein Parkhausdach zu flüchten, von dem sie in letzter Sekunde gerettet werden. Die Rettung kommt in Form eines Hubschraubers, welcher sie ungeachtet der Bedrohung aufsammelt und die Zuflucht in Sicherheit verspricht. Auf dem Weg zum Ramsey Tower , erfahren sie von den Piloten, dass es sehr noch einige Überlebende gibt, welche sich allesamt im Ramsey Tower befinden (welcher zuvor noch – wie zufällig – ebenfalls ihr Ziel war…). Dort angekommen treffen sie – wie bereits im Vorgänger – auf viele neue Charaktere, wie z.b. einem freundlichen alten Mann namens Smokey, verschiedene Soldaten und Wachkräfte sowie den an einem Gott-Komplex leidenden Milliardär Darren Ramsey (Namensgeber des Wolkenkratzers) und seinen obersten Sicherheitschef Bates.

Wie im ersten Teil, wird natürlich auch das Geschehen aus Sicht der Zombie-Dämonen beschrieben, unter der Leitung ihres Führers Ob, macht sich ein gewaltiges Heer aus Untoten daran den Tower zu stürmen, die Überlebenden zu töten und somit die letzte Hoffnung auf eine neue Zivilisation zu Nichte zu machen….

Beurteilung

Insgesamt handelt es sich wie bei „Auferstehung“ um einen Endzeit-Plot der Art viele gegen wenige. Man erfährt mehr über die Dämonen, die Siqqusim. So werden auch Beweggründe und die schier unendliche Motivation zu Ausrottung der Menschen besser verständlich. Die Idee dahinter ist leicht verständlich und entspricht dem schnellen Tempo der Story. Gelungen finde ich erneut die rasche Charakterbindung an den Leser. So wird man als Fan einer positiven Figur mit für diese glücklichen Wendungen belohnt, wohingegen negative Figuren eher ihr Fett wegbekommen. Zu sehr sollte man sich jedoch nicht an die Charaktere gewöhnen, denn wie im Erstling segnet vielen Figuren schnell das Zeitliche. Und hier setzt auch ein Stilmittel Keenes Fuß: Wieder wird viel Wert auf getreue Darstellungen, teils schon absurd wirkender, extremer Gewalt gelegt. Dazu kann ich nur sagen, dass es teilweise passt und teilweise zu sehr ausartet. Nichts desto trotz habe ich ihm die Geschichte auf gut deutsch, insgesamt abgekauft, zumal man merkt, dass die Charakterentwicklung trotz des eher kleinen Zeitfensters nicht auf der Strecke bleibt. Im Gegensatz zu „Auferstehung“ fällt das Tempo insgesamt jedoch ruhiger aus. Dies ermöglicht auch größere Lesepausen, ohne dass man sich wieder lange ins Geschehen lesen muss. Eine unterhaltsame und leicht humoristische Komponente stellt für mich ganz klar Ob dar. Der Anführer der Siqqusim-Dämonen hat mich in beiden Teilen durch seine merkwürdig anziehende (wenn auch perverse) Art, irgendwie fasziniert. Generell finde ich die das taktische Vorgehen der Zombies einen gelungenen Aspekt, bei dem auch Freunde der „Finsteren Seite“ – des ungleichen Machtkampfes auf ihre Kosten kommen! Die Zombies agieren klug und verstehen sich dank den Erinnerungen der Wirte sogar auf die Bedienung technischer Geräte bzw. feuerstarker Waffen. Wie bereits erwähnt, legt der zweite Teil nun endlich ein Motiv dar, über welches ich im ersten nur spekulieren konnte…

Würde ich so etwas wie eine Altersgrenzensystem für Bücher anbieten wollen, würde ich (beide Romane) hier klar auf eine genretreue Zielgruppe im Alter von mindesten 16-18 und natürlich älter anlehnen. Die teils expliziten Gewaltdarstellung mögen derweil nicht jedem gefallen und sind ganz und gar ungeeignet für jüngeres Publikum, welches sich vielleicht durch das interessante Cover angesprochen fühlt.

Fans von wirklich guten Enden werden hier meiner Meinung nach enttäuscht, allerdings im Fokus der Story und des Autors immerhin befriedigt. Als ich das Buch durch hatte, wusste ich selber nicht so recht, was ich von dem Ende halten sollte. Man erkennt leider nicht ganz genau Keenes Masterplan für diese Geschichte…

Für alle Sammler und Hardcorefans von Brian Keene will ich noch ein kleines Detail verraten: Ursprünglich waren Auferstehung und „Stadt der Toten“ nämlich als ein Werk, unter dem Titel Das Reich der Siqqusim zusammengefasst. Diese wurden in geringer Stückzahl produziert und werden heutzutage nicht mehr nachgedruckt. Wer also an dieser Stelle, so wie ich, Gefallen an beiden Büchern gefunden hat, sollte auf jeden Fall die Augen nach diesem Schmuckstück offen halten! Das Reich der Siqqusim erschien im Otherworld-Verlag -  Auferstehung und Stadt der Toten erschienen im Hause Heyne.

Fazit:

Man mag es oder man mag es nicht! Bei wenigen Büchern des Genres wird das so klar wie in diesem Fall. Nach meiner Ansicht stellt Stadt der Toten einen guten Nachfolger zu Auferstehung dar und ich hatte meinen Spaß beim Lesen. Daher kann ich für meinen Teil diesen Titel nur empfehlen. Hinzu kommt, dass der Dämonen-Plot allein schon frischen Wind in die Landschaft der Zombie-Romane bringt.

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