It Is The Question That Drives Us

Warum sind Weltuntergänge, Endzeitszenarien und Dystopien im Moment so beliebt?
In den letzten Jahren hat das Interesse der Leser an Romanen aus dem Bereich Dark Future – seien es nun Dystopien, Endzeitszenarien, Postapokalypsen oder Weltuntergänge – deutlich zugenommen. Und das nicht nur gefühlt: Auf einer Infografik von Goodreads kann man beispielsweise sehen, dass der Anteil der fraglichen Romane an den Veröffentlichungen stark gewachsen ist. Erkennbar wird das auch daran, dass sich mehrere Zeitschriften und Magazine in den letzten Monaten mit Büchern aus diesen Bereichen auseinandergesetzt haben (z.B. Focus Schule und kjl&m). In Buchhandlungen finden sich Romane zuhauf, die vom Weltuntergang 2012 und Maya-Kalendern handeln, und wenn man den Fernseher einschaltet, kann man beinahe darauf wetten, auf irgendeinem Kanal eine Dokumentation über Supernovae, Asteroideneinschläge oder schlicht “Die Welt ohne die Menschen” zu finden…
Wie erklärt ihr euch dieses Phänomen? Warum lesen so viele Menschen im Moment so gerne etwas über eine schreckliche Zukunft? Liegt es an der Jahrtausendwende – obwohl diese ja nun auch schon ein bisschen länger her ist? Oder auch: Was fasziniert euch selbst an diesen Genres?
Ja, das sind schon wieder mal mehr Fragen geworden als eine… Wenn ihr eine Meinung zum Thema habt, benutzt hemmungslos die Kommentarfunktion (und wie immer: antwortet bitte nicht auf Twitter oder Facebook).

Und an die Webmaster unter oder in euch: Wenn ihr die Frage in eurem eigenen Blog zum Thema machen und die Leser dieser Seite auch an eurer Auffassung teilhaben lassen wollt, dann verlinkt euren eigenen Artikel in den Kommentaren oder setzt einen Pingback.
Und wenn ihr selbst einen Vorschlag für eine Sonntagsfrage habt, dann schickt eine Mail an info{ät}dystopischeliteratur.org





Pingback: @fantasyzeitung
Ich hab mich schon immer für eine eher düstere Zukunft interessiert. Ob es nun Bücher, Filme oder Spiele sind, im Kern treffen sie alle das gleiche Thema. Liegt vielleicht mit an meiner pessimistischen Ader…wer weiß.
Das spannendste zB in der Schule waren Fächer wie Astronomie, Geschichte, Physik…und da die Fragen nach dem Anfang und einem eventuellen Ende.
Auch wenn man im Leben oft genug dem Tod begegnet, stellt man sich Fragen nach dem Ende und fängt an, sich dafür zu interessieren. Vielleicht nicht jeder, aber bei mir ist es so.
Ausserdem ist das Thema so vielseitig und besteht schon seit dem Beginn des Lebens.
Filme wie “The quiet earth” oder “The day after” haben mich schon sehr früh begleitet und fasziniert.
Die Hälfte meiner Bücher behandeln den Weltuntergang oder zumindest die Vernichtung der Menschheit.
Es ist einfach ein Thema, was viele Fragen offen läßt und worüber man in alle Richtungen spekulieren kann. Und wenn man mal ehrlich ist und sich ein wenig umsieht, das was in den letzten Jahren und heute auf der Welt passiert, gibt Grund genug für Spekulationen um ein Ende. Ob nun des Planeten selbst oder dem Leben auf ihm sei dahingestellt und abzuwarten.
Hallo Procyon,
vielen Dank für deinen Kommentar. Mir ging es ähnlich – meine Lieblingsserie waren ‘Die Dreibeiner’, ‘Logans Run’, ‘Wargames’ und ‘Tron’ waren meine Lieblingsfilme und ‘Die Wächter’ mein Lieblingsbuch. ‘The Day after’, ‘The War Game’ und ‘Das letzte Ufer’ haben mich schon mit 13 Jahren nicht mehr losgelassen. Allerdings hat es gut noch 20 Jahre gebraucht, bis ich begriffen hatte, dass die alle irgendwie zusammen gehören
Damit dürften wir zu jener Gruppe von Interessierten gehören, die nicht erst in der letzten Zeit auf diese Genres aufmerksam geworden ist.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind es die Gedankenspiele – das was wäre, wenn – die dich besonders daran reizen. Ich bin mir nicht sicher, was es genau bei mir ist… vielleicht die Tatsache, dass in diesen Romanen andere Dinge wieder wichtig werden als jene, die in unserer hochtechnisierten Alltagswelt eine Rolle spielen.
Vielleicht, weil im Dezember laut Mayas die Welt untergeht?
Vielleicht auch nur die aktuelle Politik?
Allerdings sehe ich den Trend schon über seinen Zenit hinaus eilen, eben gerade weil er jetzt überall zu finden ist. Und die Stoffe, gerade auch in der YA, wiederholen sich jetzt doch spürbar.
Dass es mehr Veröffentlichungen gibt, wundert mich ehrlich gesagt nicht so sehr, wenn einmal etwas Erfolg hatte, dann folgen ja immer andere nach. Jetzt fehlen noch ein paar mehr Filme und Serien und dann kommt auch ganz schnell ein neuer Trend.
Mich persönlich interessieren als alte SoWi’lerin Gesellschaftssysteme im allgemeinen immer sehr und eben auch solche nach Katastrophen etc. Allerdings bin ich deswegen wohl auch überkritisch.
Hallo Soleil,
da hast du Recht, der Hype im Jugendbuchbereich wird bald wieder abebben und einer neuen Mode Platz machen. Aber die Mayas und ihr angeblich prophezeites Weltende, Nibiru (ich glaube so heißt der…), Planet X u.s.w., Münchener Banker, die am Wochende Survialtraining im Wald machen und essbare Pflanzen suchen, weil sie glauben, der Zusammenbruch der Gesellschaft stünde bevor zeigen meiner Ansicht nach auch, dass da irgendwie noch mehr sein muss im Moment. Mehr zumindest als ein Trend innerhalb der YA.
Du hast Sozialwissenschaften studiert? Heißt das, dass du sehr genau darauf achtest, wie glaubwürdig diese entworfenen Gesellschaften sind und ob sie überhaupt funtionieren könnten?
Na ja, die Münchner Banker machen das vielleicht auch aus Spaß und wenn alle mitmachen, dann kann man nicht nein sagen, auch wenn man gerne würde. Außerdem beweisen Männer doch ganz gerne mal, dass sie echte Kerle sind oder?
Ich denke, dass die Menschen generell am Stoff selbst interessiert sind, weil er spannend ist und oft gut von Autoren/Filmemachern und Co inszeniert wird.
Ich achte immer darauf, wie glaubwürdig ein Gesellschaftssystem dargestellt wird, das ist einfach so in mir drin. Auch und besonders im Fantasygenre (das mich vielleicht deswegen so fasziniert, weil man diese Systeme da quasi selbst erfinden kann). Ob sie funktionieren könnten … ja, auf jeden Fall, auch wenn man das ja nur raten kann. Die Geschichte hat gezeigt, dass eigentlich alles möglich ist. Aber wenn so ein System beschrieben wird, dann muss auch alles stimmen. Z.B. hat mich bei Mark Charan Newton gestört, dass da Frauen in der Gesellschaft unterdrückt sein sollten, aber dann haben sie alle Berufe ausgeübt, sogar Söldnerinnen gab es und eine Frau hat die Stadt regiert. Das passt einfach nicht zusammen. Ich achte aber dann eben auch auf so kleine Dinge
PS: Dein Antwortfeld mag mich wohl nicht? Es verschwindet immer mal und es gab lange Zeit keinen Absenden-Button. Mhm.
Männer sind per Definitionem immer schon echte Kerle.
Daswürde ich jetzt nicht gerade als Kleinigkeit bezeichnen – das hätte mich ebenfalls gestört.
Das ist Absicht, das machen wir, damit die Leute mehr Zeit zum Schreiben haben
Scherz beseite: Das Antwortfeld wird über Jetpack direkt vom WordPress.com-Server gezogen, da kann das mal vorkommen (sollte es aber eigentlich nicht…
)
Das kommt auf die Definition an
Gut, hoffen wir, es war nur ein einmaliges Problem, jetzt immerhin geht es wieder. Ich dachte nur zuerst, ich hätte mal wieder irgendeine neue Funktion nicht ganz verstanden.
Nein, an dir liegt das nicht – wordpress beginnt die Grenzen zwischen .com und .org aufzuweichen… und weil die Funktion so schön einfach die Formatierung und die verschachtelten Kommentare ermöglicht, habe ich sie aktiviert. Der Nachteil ist, dass man auf die Server von wordpress.com angewiesen ist – das gleiche gilt übrigens auch für die Statistikfunktion etc.
Ich denke auch, dass sich immer mehr (zumindest bei den Informierten) herumspricht, dass unser ganzes Gesellschaftssystem falsch ist, dass sowohl der Kapitalismus am Ende ist und unser Planet nur begrenzt ausbeutbar ist; die heute 50-60jährigen sind die erste und wahrscheinlich auch letzte Generation, denen es rundherum gut geht. Gleichzeitig erleben wir eine gewaltige De-Demokratisierung, gerade in Deutschland.
Aber all das ist der Grund, warum ich diese Litertur gar nicht (gerne) lese, ich finde die Sachbücher deprimierend genug.
Hallo Nomadenseele,
also trägst du (auch) so ein latentes Endzeit-Gefühl mit dir herum.
Wie könnte man nicht, wenn die Politiker absolut nichts begreifen?
Nimm dir den Flugverkehr: Es gibt kein Menschrecht auf billige Flüge, aber dafür nur endliche Ressourcen an Öl. Trotzdem ist Kerosin von der Mineralölsteuer befreit, damit die Leute auch ja übers Wochenende nach London fliegen können – bloß nicht ans Morgen denken, wenn vielleicht nicht einmal mehr Diesel für Traktoren zur Verfügung steht.
Nirgendwo ist der Umweltverbrauch der Warenherstellung eingepreist, damit die Menschen auch ja nur konsumieren.
Oder bei uns im Ort: Immer mehr Firmen wandern ab und die FDP will Ackerflächen in Industriegelände umwandeln, obwohl jedem klar sein dürfte, dass Ackerboden für die Allgemeinheit wertvoller ist.
Wenn man die Augen öffnet, sieht man diesen Wahnsinn überall. Für mich war folgendes Buch sehr wertvoll und ich kann es nur jedem ans Herz legen: http://nomasliteraturblog.wordpress.com/2012/07/01/die-wachstumsluge-warum-wir-alle-die-welt-nicht-langer-politikern-und-okonomen-uberlassen-durfen/
Und genau weil ich weiß, dass das ganze Elend auf uns zukommen wird, möchte ich mich nicht noch in der Literatur damit beschäftigen. Mir sind diese Bücher zu realistisch.
Die Mayas haben darüber nie eine Aussage getroffen: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/2012-kommt-das-ende-der-zeit-die-wahrheit-ueber-die-maya-prophezeiung/5971332.html
Die Kultur ist einfach untergegangen, bevor der Kalender erneuert werden konnte.
Ich finde dieses Esoterik-Zeug so grotesk… Hauptsache, es ist exotisch… ägyptisch, indianisch, aztekisch etc. Und das im 21. Jahrhundert…
Ich weiß, darum auch ein “;-)”
Aber es gibt ja immer ein paar Verrückte (siehe Jahrtausendwende) die glauben an so etwas und ich denke, es werden auch ein paar “Normalos” an dem öfter mal zum Himmel schauen.
Ein paar Verrückte ist gut… ich habe mal eine Zusammenfassung aller prophezeiten Apokalypsen im Internet gefunden… alleine die Liste für 2000-2012 ist endlos: http://www.abhota.info/end5.htm
Hier ein paar Statistiken zum Weltuntergang 2012: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/10/2012-statistiken-wer-glaubt-an-den-weltuntergang/
Ich bewundere den Blogger ohnehin für die Geduld, mit der er immer wieder Aufklärung betreibt.
Seine Artikel lese ich auch regelmäßig.
Ich immer weniger. Der Blogger ist einsame Spitze, aber die Leute, die sich im Blog rumtreiben … *hust*.
Meinst du damit die Kommentatoren?
Ja, die sind von den Ansichten das genaue Gegenteil von. Ich habe mich daher auch dort zurückgezogen, das gäbe nur Ärger.
Man kann ja auch lesen ohne mal zu kommentieren – natürlich nicht auf diesem Blog, bitte
– ich glaube, ich habe da bisher nur einmal irgendwo meinen Senf dazugegeben…
Mit den Tripods ging das bei mir auch los … was für eine Serie, was für zwei hübsche Boxen im Schrank …
Ich rede mir auf der einen Seite erfolgreich ein, dass der Boom der Untergangsthemen tatsächlich was mit der aktuellen Politik, den Naturkapriolen usw. zu tun hat. Realistischer Weise muss man aber nur die Bibel bemühen, um festzustellen, dass es nur die Geburt einer Nation oder einer Religion automatisch Untergangsphantasien mitbrachte. Wir selbst sind mit 80 Jahren Lebenserwartung zum Untergang verdammt, das Ende (egal welches) begleitet uns wie ein Damoklesschwert jeden Tag auf dem Weg zum Mülleimer. Ich denke schon, dass es in der nächsten Zeit wichtige und auch unschöne Veränderungen auf der Welt geben wird, teilweise auch dringend notwendige. Der Boom dieser Thematik ist aber sicherlich weitestgehend auf Marketing und das Melken der Kuh zurückzuführen. Wer kannte denn vor ein paar Jahren noch Mad Max? Oder anders, wer kennt die Filme heute, obwohl sich zahllose Teenager-Liebe-Romane in dessen Fahrwasser tummeln?
Und für mich ganz persönlich ist die post-apokalyptische Welt die Steigerung der Begeisterung, die ich für Cowboy-und-Indianergeschichten empfand. Unendliche Freiheit, unendliche Gefahren und Schießereien. Der wilde Westen plus allem Coolen, was man sich so vorstellen kann – vom Schiffswrack in der Wüste bis zu Mutanten. In diesen Rahmen passt einfach alles rein. Herrlich!
Also gekonnte Marketingstrategien und eine Verarbeitung der eigenen Sterblichkeit? Vor allem bei letzterem würde ich dir zustimmen…
Ja, viele der postapokalyptischen Romane sind Abenteuerromane – aber natürlich auch nicht alle… “Die Schönheit jener fernen Stadt” wäre so ein Beispiel… Nimmt man eine Zombieapokalypse oder Mad Max dann liegt der Reiz natürlich ganz woanders als bei einem solchen, über weite Strecken eher “ruhigen” Roman.
Das mit dem Weltuntergang, insbesondere dem von den Mayas prophezeiten, ist schon eine merkwürdige Sache, denn eigentlich beschäftigen sich die Leute nur entweder mit dem “Ende der Welt”, also dem “was wird wohl passieren an dem Tag ?” (fällt mir was auf den Kopf oder so ?) oder, falls es ein wenig dürftiger ausfallen darf, mit dem “was wird wohl nach der Katastrophe sein” (planetare Bewußstseinserweiterung und anderes blah…)
In meinem Artikel
“Der Weltuntergang ist unvermeidlich…”
–> http://dasbestebuchderwelt.de/2012/12/07/der-weltuntergang-unausweichlich/
gehe ich auf die dritte Möglichkeit – dem “was ist eigentlich nach dem Ende der Welt ?” – ein und zeige Möglichkeiten auf, wie man sich professionell auf diesen Augenblick vorbereitet und wie man sich dann, nach dem Ende der Welt, zu verhalten hat, um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen.
In besagtem Artikel finden sich zahlreiche Expertentips, die auf Erkenntnissen beruhen, die ich bei mehreren Forschungsreisen zu den Mayas in den vergangenen 5 Jahren und bei unzähligen Begegnungen mit Heiligen und Schamanen gewonnen habe.
Alle diese Tips gibt es natürlich völiig umsonst. Wer will sich schon noch groß bereichern 2 Wochen vor dem Ende ?