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Rezension zu Keith Laumers Roman Die Katastrophenwelt
Eine Buchbesprechung von Jens
Malcom Irish ist schon so ein Held. Kann irgendwie alles, hat keine Skrupel, ist von Natur aus mit sehr viel Selbstbewusstsein ausgerüstet (Ihr wisst, worauf ich hinaus will?), verdient sein Geld mit Pokerspielen, glaube ich, und ist auch sonst ein ganz toller Hecht. Charakter hat er dummerweise nicht, dafür aber dicke Ei… Äh, viel Selbstbewusstsein. Behauptet er jedenfalls. Hm, vielleicht ist das ja doch eine sehr realistische Charakterzeichnung.
Worum geht es in Die Katastrophenwelt von Keith Laumer eigentlich? Es geht drunter und drüber. Erdbeben und Überschwemmungen suchen die Erde heim, irgendwelche tektonischen Veränderungen wüten, so genau wird das auch nicht erläutert. Die Regierung (Also die USA, andere Regierungen gibt es schließlich nicht…) wollen diesem nicht abgesprochenen Unding entgegen wirken, indem sie 50 Superwasserstoffbomben in der Antarktis zünden. Ja… Fragt besser nicht. Ich weiß auch nicht, was das bezwecken soll. Aber viel hilft sicher viel!
Malcolm Irish flüchtet vor den Naturkatastrophen. Oder fährt einfach nur sein überaus großes Selbstbewusstsein spazieren (vielleicht sogar in einem 3er BMW?), bis er irgendwo in einer verlassenen Gegend eine Pause macht, um neue Vorräte zu beschaffen. In einem ausgeräumten Supermarkt, trifft er auf einen Marinesoldaten, der in der Antarktis stationiert und an den Vorbereitungen zu Atomisierung des Südpols beteiligt war. Dummerweise stirbt er gerade, wird auch noch verfolgt und erzählt Malcom Irish von den erfolgreichen Sabotageaktionen einer geheimnisvollen Macht aus dem Untergrund. (Nebenbei: Man hat da bei den Bohrungen ein paar Neanderthaler mit Strahlenwaffen gefunden und einen Zugang zu einem Gebäude) Außerdem bittet er Malcom darum, eine Münze an sich zu nehmen. Dann stirbt der gute Mann und hat damit diese dämliche Geschichte, die sich bereits innerhalb der ersten zehn Seiten abzeichnet, überlebt. Der Glückliche…
Malcom Irish murkst noch schnell den geheimnisvollen Verfolger ab, macht sich dann weiter auf den Weg, übernachtet dann in einem Luxushotel. Einem Luxushotel mit 150 Stockwerken. Wäre auch meine erste Wahl bei ständigen Erdbeben gewesen…
Zufälligerweise findet dort eine Versammlung der nationalen Münzsammler statt. So ein Zufall, aber auch, oder? Die Vertreter, die der gute Mal anspricht, sind sehr fasziniert von der Münze. Verdächtig fasziniert – also folgt er ihnen und gerät an eine Frau, die kein Englisch spricht, und auch noch entführt wird, denn zufälligerweise gibt es noch mehr geheimnisvolle Verfolger. Malcolm nimmt die Verfolgung auf, aus irgendeinem Grund führt die Spur nach Kreta. Vermutlich verfügt die Frau auch über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Wenn nicht sogar zwei…
Mit einer Segeljacht, die er irgendwie findet, auf der er auch noch ein Maschinengewehr und einen Elefantentöter findet, ja, man darf gespannt sein, ob er die nicht auch noch zufällig einsetzten muss, macht er über den Atlantik rüber. In zwei Tagen. Ist wohl eher eine Segeljacht mit Raketenaußenborder.
Im Mittelmeer findet er während eines Tauchganges einen Zugang zu einer Art Unterwasserbasis, eigentlich eher zufällig, ich spielte schon darauf an, dass in diesem Buch verdächtig oft etwas ZUFÄLLIG passiert, oder?
Seine seltsame Freundin entreißt er einem fiesen Fettwanst, der ihm erklärt, er brauche diese Frau, um zu reproduzieren. Ach, was…
Malcom murkst ordentlich welche ab, kommt irgendwie wieder aus allem raus, gerät allerdings in Gefangenschaft, murkst aber zuvor nochmal ordentlich welche mit den zufällig entdeckten Waffen ab. Der Mann hat anscheinend kein Gewissen und ist noch skrupelloser als James Bond. Nach diesem Intermezzo wird er zur Antarktis befördert, um dort von dem Primären befragt zu werden. Na, so ein Zufall aber auch. Die Frau wurde übrigens zufälligerweise bei der Gefangennahme übersehen und reist auf eigene Faust weiter. Wohin? Zufälligerweise auch zum Südpol.
Werden sie sich dort auch zufälligerweise wieder treffen? Ja, dummerweise schon. Die Erklärung dafür ist zufällig lachhaft (Ha!
). Ja, wer hätte das schon geahnt? Es stellt sich heraus: Die Dame ist die letzte Überlebende eines alten Volkes, das noch gelebt hat, als die Antarktis nicht vom Eis bedeckt war, dann aber in einen Tiefschlaf versetzt wurde, warum habe ich allerdings schon vergessen wieder ausgeblendet, denn… Ist auch egal. Dieser Abschnitt, die ganze Entwicklung bis zur Begegnung mit Malcolm Irish, ist eh albern und an den Haaren herbei gezogen.
Woher kommen also diese geheimnisvollen Entführer und Verfolger? Der ganze Twist wurde ja schon in den ersten zehn Seiten offenbart. Natürlich aus den Tiefen unterhalb des Eises der Antarktis, die die Expedition der US-Marine angebohrt hat. Übrigens haben die exakt ein altes Hochhaus dieser alten Zivilisation, der auch die wundersame Dame angehört, angebohrt und dort haust der Primäre, ein Parasit, der sich Menschen als Wirt sucht und dort unten als eine Art Bienenstaat überlebt hat.
Natürlich muss Malcom Irish da runter, zu diesem Zweck rutscht er mal eben hunderte von Metern an einem Nylonseil runter. Ohne Handschuhe… Wie hat dieser Primäre da unten eigentlich ohne Sauerstoff überlebt? Wovon haben sich und seine Arbeiter ernährt? Ist eh alles unwichtig… Zusammen mit einem Generalhauptmannbrigademajor (oder so…), der sich als letzter Überlebender der Expedition herausstellt und dort unten monatelang zufällig überlebt hat, murkst er eh alles ab und reist dann mit den anderen beiden zurück in die USA.
Dort versucht er die letzten Offiziellen auf einem US-Stützpunkt von den ganzen Geschehnissen zu unterrichten, stellt aber fest, dass die Militärs ebenfalls von diesem Parasiten unterwandert wurden und murkst, wie sollte es anders sein, den erstbesten, den er sieht, ab. Bei einem Handgemenge wird er überwältigt, seine seltsame Freundin wird verletzt und im Lazarett untergebracht.
Daraufhin soll er exekutiert werden, aber seine seltsame Freundin hat mittlerweile verstanden, dass man nur ordentlich mit den Augen klimpern muss, um den befehlshabenden Sanitäter von den wahren Gegebenheiten zu überzeugen, vielleicht hat da auch das ausgeprägte Selbstbewusstsein nachgeholfen. Nichts genaues weiß man(n). Jedenfalls wird am Ende nicht Malcom Irish erschossen, sondern die parasitären Militärs. Schade eigentlich…
Fazit
Die Geschichte von Keith Laumers Katastrophenwelt ist so dermaßen dämlich… Flache Charaktere, überkonstruierte Geschichte und hohl, hohl, HOHL! Hinzukommt noch ein sehr seltsames Frauenbild… Am Ende denkt man sich nur: “Malcom Irish”, könnte auch ein irischer Whiskey sein. Malcom Irish – It does the job! Eigentlich müsste so etwas als Negativbeispiel in jedem Deutschunterricht herangezogen werden. Kurzum: Ich habe mich prächtig amüsiert!









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