Michael Moorcock: Eiszeit 4000

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Rezension zu Michael Moorcocks Roman Eiszeit 4000

Eine Buchbesprechung von Jens

Moorcock - Eiszeit 4000Man kennt das: Da zerlegt man seinen Eissegler, was als Kapitän jetzt nicht so optimal ist, bekommt kein neues Schiff, weiß nicht so recht weiter, möchte sich auf Grund des eigenen Dickkopfes aber auch nicht als erster Offizier auf einem anderen Schiff unterordnen. Also geht man ins ewige Eis, um so die schnöde Welt zu verlassen und stolpert dort prompt über einen Opa, der halb erfroren durch das Eis kriecht und einfach nicht tot zu kriegen ist. Das ewige Eis scheint auch nicht mehr das zu sein, was es mal war…

So widerfährt es Konrad Arflane zu Beginn dieser Geschichte von Michael Moorcock, die im Original noch malerisch The Ice Schooner benannt wurde. Die überaus deutsche Übersetzung lässt es erahnen: Man befindet sich in einer Welt der Zukunft, zweitausend Jahre vom jetzigen Zeitpunkt entfernt. Eis bedeckt die gesamte Welt, ein Haufen Menschen hat sich in acht Städten auf einem Plateau, das Arflane endgültig verlassen wollte, zusammengerottet und kommt irgendwie durch.

Konrad ist irgendwie beeindruckt von dem zähen Opa, päppelt ihn ein wenig auf, bringt ihn in die nächste Stadt, nur um dann endgültig ins Eis zu gehen. Also, jetzt wirklich und so richtig. Dummerweise war der gute Mann quasi das Oberhaupt dieser Stadt und der letzte Überlebende einer Expedition, die das sagenumwobene New York gesucht und wohl auch gefunden hat.

Der ältere Herr erholt sich zwar ein wenig, berichtet von allerlei seltsamen Dinge, etwa dass das Eis schmilzt und gar nicht der normale Zustand ist, den die Mutter des ewigen Eises erschaffen hat. Irgendwie weckt das Konrads Interesse und er bleibt, was allerdings auch daran liegen könnte, dass der gute Konrad eine Affäre mit der verheirateten Enkelin des älteren Herrn begonnen hat.

In der Abwesenheit Konrads verstirbt der Opa, hinterlässt in seinem letzten Willen aber noch, dass Konrad die nächste Expedition leiten soll, aus dramaturgischen Gründen müssen Enkelin und Ehemann dabei sein, damit es auch immer schön Spannungen gibt. Hätte der gute Mann mal gewusst, das Konrad ein weiteres Schiff kaputt gekriegt hat, als er endgültig im Sterben lag…

Gut, das war nicht so ganz seine Schuld, der Landwal, den sie eigentlich erlegen wollten, hat das Schiff zerdeppert… Aber trotzdem. Landwal? Ja, anscheinend schieben sich die Wale jetzt mit ihren Flossen über das Eis, was… überhaupt keinen Sinn ergibt und darüber hinaus ziemlich albern aussehen muss…

Konrad soll wie gesagt die Expedition übernehmen und herausfinden, ob die Eisschmelze durch etwas in New York verursacht wird und/oder ob sich dort der Thron der Mutter des Eises befindet.

Die gesamte Reise über sind der Leser und Konrad den ständigen Intrigen des Ehemanns ausgesetzt, der sich zwar wenig um die Machenschaften seiner Frau kümmert, dafür aber umso mehr an Macht interessiert ist. Außerdem ist das Schiff dauernd Gefahren jeglicher Art ausgesetzt, die es am Laufenden Bande zerstören, fressen oder umkippen lassen wollen, was allerdings immer (meist durch Glück) abgewendet werden kann und daher wenig spannend ist. Man ist dementsprechend froh, dass Konrad das Schiff dann kurz vor dem Ziel endgültig kaputt kriegt. Gute Wahl, der Mann.

Die letzten Überlebenden schleppen sich bis nach New York, treffen dort auf andere Menschen, die technologisch weitaus besser ausgestattet sind und einen Weg gefunden haben, wie sie die Erde vom Eis befreien können. Es stellt sich heraus, das in der Vergangenheit ein Atomkrieg diese Eiszeit ausgelöst hat und nur die Forscher in den Polarregionen überlebt haben. Während sich die einen im Laufe der Zeit immer tiefer in die Erde gegraben haben und einen Weg gesucht haben, um das Eis wieder zu beseitigen, haben sich die anderen an die neuen Gegebenheiten angepasst und so ebenfalls weiterhin überlebt.

Konrad ist von der Idee einer eisfreien Welt wenig begeistert, ganz im Gegensatz zu seiner Liebschaft, die ihn am Ende der Geschichte fragt, ob er mit ihr zusammen in dieser neuen Welt leben möchte. Der schüttelt nur mit dem Kopf, packt seine Sachen und geht endgültig ins Eis.

Fazit

Michael Moorcocks Eiszeit 4000 ist eine etwas seltsame Geschichte, die die Welt zwar von einem interessanten Gesichtspunkt aus betrachtet und auch gute Ansätze verfolgt, wie etwa dem Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion, aber dann doch ziemlich an der doch sehr konstruierten Geschichte und den nervigen Charakteren krankt. Am Ende klappt man das Buch zu, wirft noch einen Blick auf das nette Cover, bleibt beim Namen hängen und fragt sich wieder mal, ob der gute Mann wohl oft als Kind gehänselt wurde…

Ein Kommentar zu: Michael Moorcock: Eiszeit 4000

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