Michael Grant: BZRK

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Rezension zu Michael Grants Roman BZRK¹

Eine Buchbesprechung von Ashena Koshumi

Grant-bzrkDie in mattem Schwarz gehaltene Hardcover-Ausgabe meines Rezensionsexemplars besticht durch ein grell oranges „BZRK¹“ und ein stilisiertes Auge im gleichen Farbton, in dessen Pupille sich ein seltsam anmutender Käfer abgebildet befindet. Der Rückseitentext informiert kurz und prägnant über den Inhalt des Romans, dem Nano-Krieg. Da ich mich bereits etwas mit der Nano-Technologie beschäftigt hatte, dachte ich „Aha. Das soll wohl ein Nano-Bot sein. Mal schauen was Michael Grant (in dem Rückseitentext “als NEW-YORK-TIMES-Bestsellerautor“ beschrieben) sich hat einfallen lassen!“

Dies war nicht mein erster Nano-Technologie-Roman, die meisten waren sehr innovativ, verloren sich jedoch häufig in Details oder waren von Anfang an platt konstruiert oder schlecht recherchiert. Gespannt, was mich wohl erwarten würde, öffnete ich den Buchdeckel und fand unter einer Widmung eine Danksagung an die Bands The Methadones und Baker Shot. Punkrock Bands tauchen recht selten in Danksagungen auf, noch seltener in Danksagungen von „NEW-YORK-TIMES-Bestsellerautoren“. Mit den Methadones in der Playlist machte ich mich also auf Grants Version des Nano-Krieges kennen zu lernen…

Von Beginn an fesselnd

Schon im ersten Kapitel war ich angenehm überrascht, wie plastisch Grant beschreibt. Vor meinem inneren Auge entstanden die ersten Szenerien wie von selbst. Ich lernte Noah kennen, der seinen Bruder in einer psychiatrischen Anstalt besucht. War mit ihm verstört und neugierig, wie aus diesem ein Hirngulasch-Zombie wurde, rätselte, was die wirren Worte aus seinem Mund bedeuten mochten.

Er hatte mich! Mit dem ersten Kapitel zog mich Grant in den Bann seines Thrillers. Der Schreibstil ist flüssig, wendungsreich, detailliert und spannend. Auch wenn an einigen Stellen eine etwas mangelhafte Übersetzung zu bemerken ist, z.B. am Anfang von Kapitel zwei, ist es doch zu verschmerzen und man liest flüssig drüber hinweg. Selbst Randfiguren werden von ihm so gut beschrieben, das man sie sich gut vorstellen kann.

Dann erwischte er mich kalt! Ein gerade eingeführter Charakter, der schon recht sympathisch wirkt, kommt auf grausig detaillierte Art und Weise um. Diese Szenerie erlebt der Leser aus zwei Blickwinkeln, seinem und dem seiner Schwester, die ganz in der Nähe ist.

Ich mag ehrlich gesagt gar nicht so viel über den Inhalt der Geschichte schreiben, denn sie lebt von den überraschenden Wendungen und ich denke, der Leser sollte sich einfach in die Geschichte fallen lassen.

Immer wieder Überraschungen

Bis zum Ende fasziniert BZRK¹ mit detaillierten Beschreibungen, verschiedenen Blickwinkeln und überraschenden Wendungen. Das macht diesen Roman zu einem Text bei dem man begierig ist zu wissen, wie es denn nun weiter geht.

Das ethisch vertretbare Verwenden der Nano-Technologie kommt aber meiner Meinung nach etwas zu kurz, viel mehr macht man sich als Leser mehr Gedanken über Horror-Szenarien in der Nutzung. Die Verschwörung hinter den beiden widerstreitenden Organisationen, die jeweils auf ihre Art versuchen, die Welt zu verbessern, wird nur oberflächlich angekratzt und das groteske Oberhaupt der einen wird etwas zu schnell abgehandelt, da hätte man mehr raus holen können.

Gegen Ende verstrickt Grant sich etwas zu sehr in Details und es gibt einen kleinen Hänger – tat meiner Lesefreude aber dennoch keinen Abbruch! Ich habe dieses 400 Seiten starke Buch in drei Zügen durchgelesen. Das hat schon lange kein Autor mehr geschafft! Grund hierfür auch: Grant driftet nicht in wissenschaftliches Fachchinesisch ab, sondern gibt nur einen Überblick und vermittelt die Informationen, welche die Geschichte benötigt.

Fazit

Wer sich also etwas für Nano-Technologie interessiert oder einfach einen spannenden Roman nutzen möchte, diese etwas verständlich vermittelt zu bekommen, ist mit BZRK¹ von Michael Grant, dem Autor der Bestseller-Jugendbuchserie Gone, gut bedient.